Bildung auf dem Prüfstand

Inklusion: Chancen und Herausforderungen für Schulen in Niedersachsen

Hannover, 17. Oktober 2018. Auf dem diesjährigen Bildungskongress diskutierten Vertreter von Schulen und der Wissenschaft vor rund 200 Gästen über die Zukunft von Niedersachsens Förder- und Regelschulen in Sachen Inklusion. Nach einem Impulsreferat von Kultusminister Grant Hendrik Tonne führte der evangelische Theologe und langjährige Dozent für inklusive Bildung am Pädagogisch-Theologischen Seminar in Bonn, Rainer Schmidt - selbst mit einer Körperbehinderung auf die Welt gekommen - durch die Veranstaltung.

Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes NiedersachsenMetall, forderte in diesem Zusammenhang, die Regelschulen in Niedersachsen für die Inklusion besser auszustatten: "Die Große Koalition legt in Sachen Inklusion ein hohes Tempo vor. Gleichwohl sind die Rückmeldungen, die wir aus den Schulen bekommen, eindeutig: der Bedarf an Lehrkräften ist groß. Lehrerstunden sind bereits ohne zusätzliche Inklusionsaufgaben knapp bemessen. Und wir müssen unsere Lehrerinnen und Lehrer besser auf diese Mammutaufgabe vorbereiten. Gleichzeitig stellen wir gerade an den Gymnasien einen großen Bedarf an zusätzlichen Unterrichtsräumen fest.", sagte er.

Der Bildungskongress 2018 "Bildung auf dem Prüfstand: Inklusion - Chancen und Herausforderungen für Schulen in Niedersachsen" ist eine Veranstaltung der Stiftung und des Arbeitgeberverbandes NiedersachsenMetall.

 

NiedersachsenMetall: "Berufsschulen kommt bei der Digitalisierung eine entscheidende Rolle zu"

Hannover, 15. September 2017. Auf dem diesjährigen Bildungskongress im Hannover Congress Centrum diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vor über 200 Gästen gemeinsam mit Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und  Wirtschaftsminister Olaf Lies über die Herausforderungen, denen sich Berufsschulen insbesondere im Hinblick auf die digitale Transformation der Wirtschaft künftig stellen müssen.  

Dazu stellte unter anderem Prof. Lars Windelband, Studiendekan und Institutsleiter an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, die Ergebnisse seiner Studie zu Industrie 4.0 und dem daraus folgenden Qualifizierungsbedarf in der Metall- und Elektro-Industrie vor. Die Minister Heiligenstadt und Lies kündigten außerdem die Förderung von "Smart Factories" in Berufsschulen in Wolfsburg und Lüneburg mit je 250.000 Euro an.

Für Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, nehmen die Berufsschhulen eine Schlüsselposition ein, wenn es darum geht, Mittelstand und Handwerk nicht zum Verlierer der Digitalisierung werden zu lassen: " Derzeit gilt, je kleiner der Betrieb, desto größer das Defizit beim ,digitalen Reifegrad'. Es ist vor alem der Mangel an Know-how, der in vielen Betrieben dazu führt, dass man erstmal abwartet und sich mit Investitionen zurückhält. Bei den Gründen stehen vorne ganz klar fehlendes Fachwissen und fehlende Fachkräfte." So hätten sich laut Umfragen von NiedersachsenMetall zwar 75 Prozent der Firmen mit über 500 Beschäftigten bisher mit 4.0-Geschäftsmodellen ganz konkret beschäftigt. Im klassischen industriellen Mittelstand mit 100 bis 500 Beschäftigten seien es gerade noch 24 Prozent. Bei Unternehmen unter 100 Mitarbeitern liege die Quote nur noch bei elf Prozent. "Wir müssen also aufpassen, dass der Mittelstand nicht den Anschluss verliert. Hier wird den Berufsschulen eine entscheidende Rolle zukommen. Aber sie müssen auf der Höhe der Zeit sein - beim Breitbandanschluss, bei neuesten Rechnern und moderner Software und bei Lehrpersonal."

Schmidt mahnte an, dass in den nächsten zehn Jahren ein Drittel der Berufsschullehrer in Rente gehe: "Uns droht der Nachwuchs in der Dualen Ausbildung verloren zu gehen, auch weil den Berufsschulen die Lehrkräfte ausgehen." Neben den Unterschieden zwischen großen und kleinen Betrieben drohe sich auch der Graben zwischen Stadt und Land zu vertiefen: "Handwerk und inhabergeführter Mittelstand bilden das Rückgrat für Beschäftigung im ländlichen Raum. Diesen Unternehmen fällt es zunehmend schwer, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen."

Ähnlich fallen die Unterschiede zwischen den Berufsschulen in der Stadt und denen jenseits der urbanen Gebiete aus. Lehrermangel herrsche in der Stadt wie auf dem Land, aber laut einer Umfrage von NiedersachsenMetall bemängelten fast 40 Prozent der Unternehmen in den ländlichen Regionendie Ausstattung der Berufsschulen etwa im Bezug auf den Breitbandanschluss. In den Ballungsräumen lag dieser Wert nur bei zehn Prozent. "Wenn man es also ernst meint mit der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land, bekommt auch die Ausstattung der Berufsschulen eine regionalpolitische Dimension. Ein klares Plädoyer für eine leistungsfähige Berufsschulinfrastruktur ist eine notwendige Bedingung, damit Handwerk und Mittelstand im ländlichen Raum nicht den Anschluss verlieren", so Schmidt abschließend. "Wir sind zu recht stolz auf die klassische Duale Ausbildung in Deutschland. Aber sie befindet sich ohnehin schon in einer Sandwich-Position zwischen Nachwuchsmangel und Studien-Hype. Eine mangelhafte Ausstattung der Berufsschulen darf nicht dazu führen, dass sich dieser rend noch verstärkt."

Der Bildungskongress 2017unter dem Titel "Bildung auf dem Prüfstand - Industrie 4.0 in Berufsschule und Betrieb" ist eine gemeinsame Veranstaltung von NiedersachsenMetall, der Stiftung NiedersachsenMetall, dem Niedersächsischen Kultusministerium sowie dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

 

Ihr Ansprechpartner

Karsten Heller

Projektkoordination
Stiftung NiedersachsenMetall Schiffgraben 36 | 30175 Hannover
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