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Halbjahresbilanz des Kultusministeriums: Unterrichtsversorgung nach wie vor ungenügend

Zur Bilanz des Niedersächsischen Kultusministeriums zum Ende des ersten Schulhalbjahres 2025/26 erklärt der Geschäftsführer der Stiftung NiedersachsenMetall, Olaf Brandes:


Die Entwicklung an den niedersächsischen Schulen im vergangenen Halbjahr fällt ernüchternd aus. Zwar konnte die Unterrichtsversorgung auf 97,2 Prozent leicht gesteigert werden (Vorjahr: 96,9 Prozent). Doch ist diese Steigerung nicht ausreichend, den in Zukunft noch weiter steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden. Betrachtet man die einzelnen Schulformen, so zeichnet sich ein noch düstereres Bild: Zwar können sich Gymnasien erfreulicherweise über eine Unterrichtsversorgung von 101,2 Prozent freuen, doch Hauptschulen verlieren fast ein ganzes Prozent und müssen mit nur 90,6 Prozent den Mangel verwalten. Die Realität hinter diesen statistischen Zahlen: An allen Schulformen fehlen nach wie vor Lehrkräfte und fällt Unterricht entsprechend aus oder kann nicht erteilt werden. Das ist insbesondere in den MINT-Fächern problematisch. Viele Schülerinnen und Schüler verlieren hier schnell den Anschluss.
 

Die einzigen Zahlen von Bedeutung, die im niedersächsischen Bildungssystem steigen, sind die der Schulabgänger ohne Abschluss: Fast neun Prozent haben 2025 laut Kultusministerium die Schule ohne Abschluss verlassen; 2014 waren es nur fünf Prozent gewesen. Die Folgen dieser katastrophalen Bildungspolitik: Niedersachsen verliert im Vergleich mit anderen Bundesländern und wird nach hinten durchgereicht. So ist das Land im jüngsten INSM-Bildungsmonitor von Platz 8 auf Platz 10 abgerutscht. Niedersachsens Schülerinnen und Schüler haben etwas Besseres verdient.
 

Nicht hilfreich ist in diesem Zusammenhang, dass Distanzunterricht als gleichwertige Unterrichtsform gesetzlich verankert werden soll. Denn bereits während des Schulausfalles wegen des Winterwetters im Januar hat sich gezeigt, dass Distanzunterricht so gut wie gar nicht funktioniert und bei Schülern zu ungleichen Bedingungen führt. Längst nicht alle Schüler sind zu Hause digital ausgestattet und haben eine ruhige Arbeitsatmosphäre. Wichtig ist nun, dass endlich alle Schüler die technische Ausstattung für Distanzunterricht bekommen und Lehrkräfte befähigt werden, den Unterricht entsprechend umzusetzen. Gleichwohl muss Distanzunterricht die Ausnahme bleiben. Das Kultusministerium muss endlich einen zukunftsfesten Plan für die Stärkung der Personaldecke vorlegen.

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