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Berufe-Parcours: 700 Schülerinnen und Schüler informieren sich über Ausbildungsberufe

Nie war für junge Menschen so einfach wie heute, einen Ausbildungsplatz zu finden. Der demografische Wandel und der anhaltende Akademisierungstrend haben Bewerber zu Umworbenen gemacht – längst buhlen Ausbildungsbetriebe mit Prämien, Fahrtkostenzuschüssen und anderen Schmankerln um den Nachwuchs. Dennoch gibt es allein in Niedersachsen in diesem Jahr über 10.000 freie Lehrstellen mehr als Ausbildungswillige. Denn mit der Auswahl – es gibt sage und schreibe 342 anerkannte Ausbildungsberufe – kommt die Unsicherheit: Welcher Beruf ist der richtige für mich? Zu oft wird da die Entscheidung lieber vertagt und stattdessen weiter zur Schule oder Universität gegangen.  

Dieses Zaudern hat fatale Folgen für die Wirtschaft, weiß Wolfgang Niemsch, Geschäftsführer der Lanico Maschinenbau, Otto Niemsch GmbH. Als Präsident des Arbeitgeberverbandes NiedersachsenMetall kennt er kaum ein Unternehmen, das nicht unter dem Mangel an qualifiziertem Nachwuchs zu leiden hätte. „Vor allem bei Unternehmen in den technischen Branchen wirkt der Fachkräftemangel immer häufiger wie ein Bremsklotz.“, so Niemsch. „Qualifiziertes Personal ist eine zentrale Voraussetzung für Erfolg und Innovation.“ Das Problem zieht sich durch alle Branchen und selbst die attraktive Metall- und Elektroindustrie mit ihrer überdurchschnittlich guten Bezahlung ab dem ersten Lehrjahr ist davor nicht gefeit.  

Nun ließe sich darüber weiter vortrefflich klagen, doch das liegt weder Niemsch, der sich auch als Vorstand der Stiftung NiedersachsenMetall aktiv für Fachkräftegewinnung einsetzt, noch dem Schulleiter der Emil-Langen-Realschule Salzgitter, Lutz Salvi. Unter Federführung von Bildungsreferentin Susanne Harms sorgt das dynamische Duo alljährlich dafür, dass über 700 Schülerinnen und Schüler von acht Salzgitteraner Schulen beim Berufe-Parcours spannende Ausbildungsberufe kennenlernen und ausprobieren können.  

An Mitmachstationen werden so Berufe wie Mechatroniker, Zerspanungsmechaniker oder auch Eisenbahner im Betriebsdienst anhand kleiner Übungen erkundet, die eigenen Talente entdeckt und Kontakte zu ausbildenden Unternehmen der Region geknüpft. 

Immer wieder als selbst ernannter „Überzeugungstäter“ mit seinen Auszubildenden dabei ist der Ausbildungsleiter der MAN Truck & Bus SE Hans-Werner Ruhkopf. „Der Berufe-Parcours ist eine großartige Gelegenheit für uns, unsere Ausbildungsberufe bekannt zu machen. Die Zeit nehmen wir uns auch gerne, denn es gibt keine bessere Investition als in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter,“ gibt Ruhkopf zu bedenken. „Wir sind sehr froh über das kontinuierliche und hochwertige Angebot, das die Stiftung NiedersachsenMetall auf die Beine stellt.“  

Und Schulleiter Salvi ergänzt: „Wir Lehrkräfte können viel erzählen, aber wenn ein nur wenig älterer Azubi authentisch berichtet und es dann noch eine kleine Übung zum Selbermachen gibt, formt sich für die Schülerinnen und Schüler erst ein aussagekräftiges Bild. Das Format hat schon so einigen auf den für sie richtigen Weg geholfen.“  

Und so können am Ende des aufregenden Tages alle Beteiligten ein zuversichtlich in die Zukunft blicken.