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Ausbildung ist Zukunftsarbeit

Wertschätzung als Softfaktor – Ausbildung als Zukunftsaufgabe

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ausbildung im Fokus“ stellte die Stiftung NiedersachsenMetall diesmal die Frage in den Mittelpunkt, wie Ausbildung als echte Zukunftstätigkeit im Unternehmen verankert werden kann. Konkret ging es darum, was Geschäftsführungen, Unternehmen und einzelne Abteilungen dazu beitragen können, die Qualität und Attraktivität der Ausbildung nachhaltig zu stärken.

Einen Impuls dazu gab Kerstin Hawranek von KeHa Consulting. In ihrem Vortrag zeigte sie auf, wie es gelingen kann, eine Kultur der Wertschätzung im Unternehmen zu etablieren – und warum diese weit mehr ist als ein „weicher“ Faktor.

Die stille Krise am Arbeitsplatz

Wertschätzung ist ein strategischer Hebel. Sie trägt maßgeblich zur Fachkräftebindung bei, fördert die Leistungsentwicklung und steigert die Arbeitgeberattraktivität. Letztlich wirkt sie sich direkt auf die Qualität der Ausbildung aus – und damit auf alle Bereiche eines Unternehmens.

Dass hier Handlungsbedarf besteht, zeigt ein Blick auf aktuelle Studien: 41 Prozent der Mitarbeitenden beklagen mangelnde Wertschätzung am Arbeitsplatz. Nicht selten ist dies eine Ursache für empfundene psychische Belastung. Die Folgen sind erhöhte Fehlzeiten, steigende Fluktuation und sinkende Produktivität – mit entsprechenden Mehrkosten für Unternehmen.

Die Schlüsselrolle der Ausbilderinnen und Ausbilder

Eine besondere Rolle kommt dabei den Ausbilderinnen und Ausbildern zu. Sie fungieren als Bindeglied zwischen Geschäftsführung, Fachkräften und Auszubildenden. Ihnen kommt eine hohe strukturelle Bedeutung zu – gleichzeitig verfügen sie häufig über wenig formale Macht im Unternehmen.

Gelebte Wertschätzung ist dabei keine Einbahnstraße. Sie entfaltet ihre Wirkung auf mehreren Ebenen: neurobiologisch, psychologisch, praktisch im Arbeitsalltag und schließlich auch auf organisationaler Ebene. Entscheidend ist die Erkenntnis, dass Unternehmenskultur immer von oben legitimiert wird. Eine wertschätzende Ausbildungskultur braucht daher Rückhalt und klares Bekenntnis aus der Geschäftsführung.

Ausbildung ist Zukunftsarbeit. Damit sie gelingt, braucht es Akzeptanz für den Zeitaufwand, welchen Gespräche, Begleitung und individuelle Förderung von Auszubildenden erfordern. Wertschätzung ist ein strategischer Erfolgsfaktor für Motivation, Lernen und Bildung – und damit für die Zukunftsfähigkeit des gesamten Unternehmens.

Veränderung entsteht dabei nicht über Nacht, sondern in kleinen, konsequenten Schritten

Im zweiten Teil des Treffens arbeiteten die Teilnehmenden mit der Methode World Café weiter und vertieften die Impulse praxisnah in gemeinsamen Gesprächen. Einig waren sich alle Gruppen in der Einschätzung, dass die Wertschätzung von Ausbildung bei den Kollegen ausbaufähig ist. Ein Grund: Die Ausbildung hat häufig keine eigene Rolle im Betrieb. Daraus zogen die Teilnehmer gleich ein Ziel für sich: Im Unternehmen dafür zu werben, dass Ausbildung nicht nur kostet, sondern für die Fachkräfte von morgen sorgt. Dazu zählt auch, den Mehrwert für andere Abteilungen zu verdeutlichen: Wie können Auszubildende sich in anderen Abteilungen nützlich machen? Ein weiterer wichtiger Punkt: Wie können Ausbilder das Vertrauen der Auszubildenden gewinnen – immer mit dem Ziel, Auszubildende möglichst im Unternehmen zu halten? 

An konkreten Ideen mangelte es nicht. So wurden regelmäßige offene Spieleabende nach der Arbeit vorgeschlagen. Eine engere Begleitung der Azubis durch regelmäßige individuelle Feedbacks zum jeweiligen Lernstand und engere Begleitung bei Abteilungswechseln standen ebenfalls auf der Ideenliste. 

Fazit am Ende der Veranstaltung: Fast jeder konnte etwas mitnehmen und in den nächsten Tagen in seinem Unternehmen umsetzen. 

 

 

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